Was ist Fair Trade?

Das Thema Fair Trade ist komplex und wird von den verschiedenen Fair-Trade-Organisationen unterschiedlich interpretiert. Was ist Fair Trade und was Fairtrade und liegt zwischen den beiden Begriffen mehr als ein Leerzeichen? Was macht einen Handel wirklich „fair“?

Was ist Fair Trade per Definition?

Was ist Fair Trade – wir erklären den Begriff
Fair Trade ist laut Definition der World Fair Trade Organisation (WFTO) eine Handelspartnerschaft, die auf Respekt, Transparenz und Dialog basiert und die mehr Gerechtigkeit in den internationalen Handelsbeziehungen anstrebt. Fair Trade hat eine positive Auswirkung auf die Menschen und den Planeten, indem er marginalisierte Produzenten und Arbeiter und deren Rechte schützt und für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen in weniger entwickelten Ländern sorgt.

Was sich in der Theorie einfach anhört, ist in der Praxis kompliziert. Es geht schließlich um Handelsbeziehungen, die oft über Kontinente gehen und viele Akteure umfassen.
Was ist Fair Trade – wir erklären den Begriff
Wie ist Fair Trade entstanden?

In den 40er Jahren begannen zwei kirchliche Organisationen in den USA, erstmals fairen Handel mit Handwerksprodukten aus Puerto Rico zu betreiben. Später kaufte auch Großbritannien Produkte von chinesischen Flüchtlingen, die in den Oxfam Shops angeboten wurden.

In den 50er Jahren schlossen sich verschiedene Nichtregierungsorganisationen (NGOs), gemeinnützige Importeure und Produzenten zusammen, um die Idee des fairen Handels weiterzutragen. Dennoch gibt es bis heute nicht eine einzige Fair-Trade-Organisation, sondern verschiedene nationale und internationale Akteure, die teils unterschiedliche Schwerpunkte und Ziele haben.

Welche sind die zwei größten internationalen Fair-Trade-Organisationen?

Die Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) mit Sitz in Deutschland wird kurz Fairtrade oder Fairtrade International genannt und umfasst 25 nationale Fairtrade-Organisationen. Die Organisation entwickelt Standards für den fairen Handel und zertifiziert Produkte mit dem hierzulande bekannten Fairtrade-Siegel. Lediglich Produkte, aber keine Unternehmen können das Siegel erhalten. Das Fairtrade-Siegel zertifiziert eine breite Palette von Waren wie Tee, Kaffee, Bananen, Blumen, Zucker, Kakao, Baumwolle oder Wein. Fairtrade-zertifizierte Lebensmittel sind oftmals auch Bio, hierzu besteht jedoch keine Pflicht.

Übrigens: Fairtrade ohne Leerzeichen ist ein geschützter Begriff der FLO. Fair Trade mit Leerzeichen ist hingegen nicht geschützt und meint im allgemeinen Sprachgebrauch einfach „fairer Handel“ oder „fair gehandelt“ – letztere sind Begriffe, die ebenfalls nicht geschützt sind.

Die zweite große Fairtrade-Organisation ist die World Fair Trade Organisation (WFTO) mit Sitz in den Niederlanden. Sie vereint 350 Fair-Trade-Unternehmen aus über 76 Ländern weltweit. Die Organisation zertifiziert soziale Unternehmen, die komplett im Rahmen des Fair Trade arbeiten. Um zertifiziert zu werden, muss das Unternehmen nachweisen, dass es die Menschen und den Planeten vor Profit stellt. Konkret gibt es 10 Kriterien an Gender-Diskriminierung, Kinderarbeit, gute Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung und mehr, die erfüllt werden müssen.

Kritik an Fair-Trade-Siegeln

Um welche Zertifizierung es sich auch handelt, Kritik gibt es an allen Fair-Trade-Siegeln. Zuallererst ist der Begriff nicht geschützt und die wenigsten Verbraucher wissen, was sich dahinter verbirgt. So kann der Begriff unter Umständen zu Marketing-Zwecken missbraucht werden. Damit beschäftigte sich vor einigen Jahren das bekannte Kritikbuch „The Fair Trade Scandal: Marketing Poverty to Benefit the Rich“ von Ndongo Samba Sylla und zweifelte am Erfolg des Fair-Trade-Systems. Die FLO führte als Reaktion auf das Buch eine Studie des Centre for Evaluation (CEval) an, die die Fairtrade-Zertifizierung mit einer besseren Kontrolle von Lieferketten durch die Kleinbauern, verbesserten Lebensbedingungen und besseren Arbeitsbedingungen für Plantagenarbeiter in Verbindung bringt.

 


Letztendlich geht es bei Fair Trade darum, Menschen vor Ausbeutung zu schützen und ihnen eine faire und menschenwürdige Arbeit zu ermöglichen, mit der sie ihre Familie selbstwirksam und nachhaltig ernähren können.


 

So definiert Lanka Kade Fair Trade

Was ist Fair Trade am Beispiel von Lanka Kade Lanka Kade kennt die eigene Lieferkette bis ins Detail.

Die britische Marke Lanka Kade, die wir als Exklusivpartner vertreiben, ist seit 2001 aktives Mitglied von BAFTS (The British Association of Fair Trade Shops and Suppliers) und Fair-Trade-zertifiziert. Schon seit Beginn der Unternehmensgeschichte hat sich das Unternehmen der Etablierung einer Fair-Trade-Ethik verschrieben.

In unabhängigen Manufakturen in Sri Lanka entsteht formschönes, buntes Holzspielzeug, kuschelige Diversity-Stoffpuppen und vieles mehr. Mehr zu den 10 Prinzipien, denen sich Lanka Kade verschrieben hat, von Arbeitsbedingungen bis Respekt für die Umwelt, kannst Du auf unserer Markenseite zu Lanka Kade nachlesen. Alle Prinzipien wendet Lanka Kade bei jedem Schritt der Lieferkette an, ob beim Kauf von Rohstoffen, der Herstellung der Spielzeuge oder der Qualitätssicherung.

Eine PDF-Kopie der Lieferkette von Lanka Kade kannst Du hier herunterladen.

Was ist Fair Trade wirklich? Was ist Fair Trade wirklich?

Was ist fairer Handel für uns?

Wir stimmen in allen Punkten mit unserem Partner Lanka Kade überein und messen der Fairness im Umgang mit unseren Handelspartnern einen großen Wert bei. Dennoch haben nicht alle unsere Marken ein Fairtrade-Label. Die Mitgliedschaft in einer Fairtrade-Organisation ist mit Kosten verbunden, die kleine Manufakturen oftmals nicht tragen können. Je größer der Betrieb ist, desto sinnvoller ist ein offizielles Label, das gewisse Standards über die gesamte Lieferkette sicherstellt.

Wir kennen alle unsere Manufakturen und Handelspartner persönlich, halten engen Kontakt zu ihnen und importieren unsere Ware direkt. So haben wir einen hohen Grad an Kontrolle über den Herstellungsprozess. Indem wir bei jedem Schritt Fairness vor Profit stellen, handeln wir verantwortungsvoll und respektvoll zu Mensch und Natur. Mehr über unsere Partner in Sri Lanka und Thailand erfahrt ihr auf unserer Werkstätten-Seite.

Wenn Ihr Fragen zu unserer Handelspraxis habt, könnt Ihr euch jederzeit an uns wenden. Wir beantworten gern all Eure Fragen!

Fazit: Was kann Fair Trade bewirken?

Wir glauben und hoffen, dass immer mehr Unternehmen, Importeure und Hersteller sich selbst zum fairen Handel verpflichten. Die Fair-Trade-Bewegung macht es möglich, dass die globale Debatte anhält und übt dadurch Druck auf Produzenten und Händler aus. Dennoch ist Fair Trade noch lange nicht im Mainstream angekommen.

Alle Jahre wieder kommt es zu Skandalen, wie beispielweise in Karnataka, Indien, wo einem Bericht des Guardian zufolge mehr als 400.000 Arbeiterinnen im Jahr 2021 nicht den Mindestlohn erhalten und für große Aufruhr in der Mode-Branche sorgten. Die Auftraggeber, große, hierzulande bekannte Marken, veröffentlichten sofort Stellungnahmen und forderten von ihren Handelspartnern, dass sie den Mindestlohn zahlen.

Aber trotz aller Versprechungen bleibt das Problem bestehen: Wenn Marken hierzulande große Gewinnmargen einstreichen, geht das zulasten der Erlöse, die der Handelspartner vor Ort erhält. Dieser muss mit dem wirtschaften, was ihm zur Verfügung steht.

Nachhaltige Fair-Trade-Businessmodelle müssen also her. Solche, die es allen Handelspartnern ermöglichen, ein gutes Leben zu führen. Die Tendenz ist heute schon erkennbar: Der Absatz von Fair-Trade-Produkten wuchs im Jahr 2020 um 14 Prozent, so die Daten des Ethical Markets Report 2021. Stück für Stück rücken Fair-Trade-Prinzipien in die Mitte der Gesellschaft. Oder vielleicht sind sie das schon? Das Feedback unserer Kunden und Kundinnen gibt uns jedenfalls große Hoffnung für die Zukunft.

 

Was kann Fair Trade bewirken
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